Das aktuelle Kalenderjahr hat den Finanzmärkten nicht gut getan. Die wichtigsten Indizes sind von ihren Allzeithochs aus dem Jahr 2021 stetig gesunken. Nachdem der S&P 500 im Dezember 2021 ein Allzeithoch von etwa 4.818 USD erreicht hatte, fiel er im Juni 2022 auf ein 52-Wochen-Tief von 3.636 USD zurück. Die gleichen Marktbedingungen galten für den Dow Jones Industrial Average und den NASDAQ, die beide in den letzten sieben Monaten einen vergleichbaren Abwärtstrend verzeichneten.
Derartige Baissebedingungen sind vertrautes Terrain für ehemals brandaktuelle Wachstumsaktien, die von der für Schlagzeilen sorgenden CEO von Ark Invest, Cathie Wood, angepriesen wurden und die im Jahr 2020 und in weiten Teilen des Jahres 2021 astronomische Kurssteigerungen verzeichneten. Der Ark Innovation ETF (ARKK), der die allgemeine Entwicklung des Sektors im vergangenen Jahr widerspiegelt, liegt jedoch etwa 72 % unter dem Höchststand von 2021.
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Nichtsdestotrotz haben ab Juli 2022 die Rezessionsängste zugenommen, was zum großen Teil auf zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum (1,6 % bzw. 0,9 %) zurückzuführen ist, was viele Ökonomen als Lehrbuchdefinition für eine Rezession verwenden. In krassem Gegensatz zu dieser Definition sind die Regierung Biden, der Vorsitzende der US-Notenbank Jerome Powell und Finanzministerin Janet Yellen zuversichtlich, dass diese Zahlen nicht die aktuelle Wirtschaftslage widerspiegeln, da die Arbeitslosenquote gleichzeitig bei 3,6 % liegt, neben anderen ermutigenden Zahlen.
Vor diesem Hintergrund bleibt die Frage: Wohin bewegen sich die Finanzmärkte angesichts von Rezessions- und Inflationssorgen, und wie können sich Anleger auf das kommende Jahr vorbereiten?
Am Donnerstag, den 28. Juli, kommentierte Finanzministerin Janet Yellen: „Selbst angesichts des globalen Gegenwinds, einschließlich eines Krieges in Europa und aufeinander folgender Varianten der Pandemie, bleibt unsere Wirtschaft widerstandsfähig.“ Am darauffolgenden Tag bekräftigte Cathie Wood ihre Überzeugung, dass Wachstumsaktien besser abschneiden werden, wenn der breitere Markt von einer Baisse in eine Hausse übergeht. Allerdings teilen nicht alle Marktteilnehmer diese rosigen Aussichten. Goldman Sachs Research schätzt die Rezessionswahrscheinlichkeit für 2022–2023 auf 30 % für die Vereinigten Staaten, 40 % für Europa und 45 % für das Vereinigte Königreich. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass es keinen Konsens über die Marktrichtung zu geben scheint.
Letztendlich bietet die aktuelle Situation Anlegern die Möglichkeit, langfristige Positionen durch Dollar-Cost-Averaging zu scheinbar niedrigen Preisen aufzubauen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich dieser Zeitraum am besten dazu eignet, Cash-Positionen aufzubauen, um sich auf ein konkreteres rezessives Umfeld vorzubereiten oder dem wachstumsorientierten Ansatz von Cathie Wood zu folgen. Nur die Zeit wird es zeigen.