Es ist kein Geheimnis, dass die Finanzmärkte in den letzten Jahren heftige Turbulenzen erlebt haben. Einer der am stärksten betroffenen Wirtschaftszweige war in letzter Zeit jedoch der Technologiesektor, was bei erfahreneren Anlegern Erinnerungen an die späten 1990er und frühen 2000er Jahre hervorruft.
Vor etwas mehr als zwei Jahrzehnten gingen zahllose Internet- und Softwareunternehmen an die Börse, und die Anleger stürzten sich in der Annahme, dass sich ihre Renditen schnell vervielfachen würden. Ein Beispiel dafür, wie hoch die Bewertungen waren, ist die heute nicht mehr existierende Gesundheits-Website „drkoop.com“, ein Vorläufer von WebMD, der bei einem Börsengang im Juni 1999 88,5 Mio. USD einnahm. Sie schloss ihre Seite innerhalb von weniger als zwei Jahren. Letztendlich ist die Liste der Unternehmen, die nach dem Platzen der Dotcom-Blase verschwunden sind, sehr umfangreich, und viele dieser Unternehmen waren nicht nur unrentabel, sondern erwirtschafteten zudem keine nennenswerten Einnahmen.

Bei den Technologieaktien ist derzeit etwas Ähnliches zu beobachten: Sie wurden zu hohen Bewertungen gehandelt, die nach Ansicht vieler nicht zu rechtfertigen waren. In diesem Sinne werden Unternehmen wie Twilio, das im Februar 2021 noch mit 450 USD pro Aktie gehandelt wurde, heute mit nur 45 USD gehandelt. Ein Favorit von Kleinanlegern, Palantir Technologies, wird heute zu 7 USD gehandelt, nachdem er vor gut anderthalb Jahren Höchststände von etwa 45 USD erreicht hatte. Selbst Unternehmen wie Meta Platforms – ehemals Facebook – haben heute eine Marktkapitalisierung, die mehr als 75 % unter ihrem Höchststand von 2021 liegt. Darüber hinaus haben viele Experten geäußert, dass Unternehmen, die unprofitables Wachstum in den Vordergrund stellen, jetzt in Ungnade gefallen sind, was dazu führt, dass selbst Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung wie Uber beginnen, ihren Fokus auf Rentabilität zu richten.
Da die Bewertungen weiter sinken und die Aktienkurse weiter zurückgehen, richten die Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Schnäppchenjagd, während sie gleichzeitig die allgemeinen Marktbedingungen bewerten. Es bleibt abzuwarten, ob die Technologieaktien - und der breite Markt - noch weiter fallen werden. Eines ist jedoch sicher: Die Multiplikatoren kehren auf ein weitaus vernünftigeres Niveau zurück, und Qualitätsunternehmen werden sich in diesen unsicheren Zeiten weiterhin durchsetzen.